Codex-Eintrag
← Zurück zur LoreDie Siegelhüter
Die Siegelhüter sind keine Armee. Kein Orden im klassischen Sinne. Sie sind das, was bleibt, wenn die Welt beschließt, nicht zu vergessen.
In der Zeit, als die Welt auf der Schwelle zum Abgrund stand, erhob sich ein Bund aus Schamanen, Priestern und frühen Magiern.
Überall auf der Welt — in Tempeln, in Hütten, in den Hallen der Gelehrten und unter freiem Himmel — begannen jene, die das Unsichtbare wahrnehmen konnten, ein Muster zu erkennen.
Sie alle hatten unterschiedliche Wege.
Unterschiedliche Götter.
Unterschiedliche Wahrheiten.
Doch sie kamen zur selben Erkenntnis und überwanden so, aus Notwendigkeit, ihre Rivalitäten.
Sie erkannten: Wo Licht schwindet, gewinnen die Nharuk an Form. Und umgekehrt kann das Licht einer Fackel, aber auch das Licht im Geist, die Erinnerung an die Schöpfer des Walls und die Ehrung der alten Götter, die Wesen fernhalten.
Ihre Formen flackerten.
Ihre Präsenz zerfiel.
Diese Erkenntnis kam nicht an einem Tag und sie kam nicht überall gleichzeitig. Sie wuchs. Sie reifte im Dschungel, im tiefsten Eis, in den Stuben der Gelehrten und in den Tempeln.
Schließlich aber kam es einer Erleuchtung gleich und die Dinge setzten sich in Bewegung.
Boten reisten. Visionen wurden geteilt. Und all jene, die Willens und fähig waren, versammelten sich.
Gemeinsam erschufen sie aus den längst vergessenen Ruinen von Acheron die Siegel, mit deren Hilfe die Götter den Wall errichteten.
Aus Stein.
Aus Licht.
Aus Glaube.
Ein geschützter Raum.
Ein Ort, an dem die Welt weiter bestehen kann.
Die Siegel halten die Nharuk jenseits des Walls.
Und sie bewahren jene, die innerhalb leben.
Doch die Siegel sind kein ewiges Versprechen. Sie müssen bewahrt werden.
Und jene, die diese Aufgabe tragen, nennt man die Siegelhüter.
Sie sind Wächter des Gleichgewichts.
Bewahrer der Erinnerung.
Diener des Lichts — ob sie es wissen oder nicht.