Codex-Eintrag

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Die Nharuk

Die Bedrohung außerhalb und innerhalb der schützenden Barriere.

Die Nharuk, so sagt man, waren schon immer da. Noch ehe der erste Mensch sich Namen für Pflanzen und Tiere ausdachte oder seinen Blick suchend gen Himmel erhob um das Göttliche zu finden. Das Volk, welches den Nharuk seinen Namen gab, ist schon lange in den Nebeln des Vergessens verschwunden. In Stein gemeißelte Fragmente ihrer Aufzeichnungen sind alles, was von ihnen blieb. Nharuk. Ein sprechender Name, der in keiner bekannten Zunge vollständig übersetzt werden kann. Er bedeutet so viel wie Hunger, Leere und „Das Ende dessen, was war“. Jenseits der Wahrnehmung lauerten sie. Lautlos und hungrig. Als die ersten denkenden Wesen begannen, sich bewusst zu erinnern, sich und der Welt Namen zu geben, Geschichten zu formen, da wurden die Nharuk angezogen. Erinnerung, so heißt es, ist für sie das, was Fleisch für Raubtiere ist. Sie bahnten sich ihren Weg in die Realität, schälten sich aus den Schatten und zehrten von dem wertvollen Gut. Dörfer verschwanden. Nicht in Flammen, nicht in Blut, sondern im Vergessen. Menschen verschwanden Nachts aus ihren Gemeinschaften und wurden nie vermisst. Nicht, weil niemand sie suchte- es konnte sich schlicht niemand mehr an sie erinnern. Ahnenlienien endeten, Geschichten brachen ab, Götter wurden vergessen. Und mit jeder verzehrten Erinnerung, mit jedem auf ewig verschwundenen Gedanken, wuchs die Kraft der Nharuk.